Der JobTeaser-Index offenbart: 6 der 10 Berufe mit den größten Besetzungsproblemen stammen aus dem Ingenieurwesen. Ganz vorne liegen Bauingenieurwesen & Statik sowie Infrastruktur, Netzwerke & Telekommunikation.
So lesen Sie den Index: Bei den Berufen im Bereich „Bauingenieurwesen & Statik” liegt die tatsächliche Bewerbungsquote angesichts des aktuellen Stellenangebots bei 13% der erwarteten Bewerbungen für diesen Beruf, sodass diese Stellen besonders schwer zu besetzen sind.
Michaël Giaj, Insight Manager bei JobTeaser, erklärt:„Die Diskrepanz zwischen Studienwahl und Arbeitsmarktbedarf ist eklatant. Während BWL-Studiengänge boomen, fehlen Ingenieur:innen und spezialisierte IT-Fachkräfte an allen Ecken. Unser Spannungsindex zeigt zwar, dass es auf viele IT-Stellen eine hohe Zahl an Bewerbungen gibt – doch die Profile passen häufig nicht zu den geforderten Qualifikationen. Besonders relevant sind Schnittstellenbereiche, in denen wirtschaftliches Wissen mit technischen Kompetenzen verknüpft werden muss – etwa in der Wirtschaftsinformatik, im Bereich Data Analytics oder im Rechnungswesen und Controlling. Hier zeichnen sich mittelfristig neue Engpässe ab.“
Weitere Trends aus dem JobTeaser-Bericht
Ergebnisse aus dem Spannungsindex :
- Verwaltung und Kundenservice zählen zu den schwer zu besetzenden Berufsfeldern, da es nicht genügend Bewerbungen auf freie Stellen gibt.
- Nachhaltigkeit im Aufwind, aber schwer zu besetzen: Stellenausschreibungen im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit haben seit 2022 um +270 % zugenommen. Der Boom trifft jedoch auf zu wenig qualifizierten Nachwuchs – deshalb rangieren diese Berufe im Spannungsindex auf Platz 6 der schwer zu besetzenden Felder.
Ergänzende Marktbeobachtungen aus dem Bericht :
- Cybersicherheit ist eine der dynamischsten Branchen mit stark steigender Nachfrage nach technischen Profilen. Bis 2026 wird ein Mangel von über 100.000 Fachkräften erwartet.
- Der Verteidigungssektor erlebt aufgrund geopolitischer Spannungen und staatlicher Investitionen ein deutliches Wachstum und steigenden Personalbedarf.
- In der Industrie sind aktuell rund 350.000 Stellen unbesetzt, viele davon schwer zu besetzen – betroffen sind sowohl Fachkräfte als auch Akademiker:innen.
- Ungleichheit nach Geschlecht: In Berufen mit großem Nachwuchsbedarf ist ein Geschlecht oft deutlich unterrepräsentiert. So liegt der Frauenanteil in der Programmierung nur bei 17–20 %, während in den Personalberufen lediglich 20–25 % Männer vertreten sind. Diese Schieflage reduziert den Talentpool zusätzlich.
Adrien Ledoux, CEO von JobTeaser, betont: „Aus unserem Spannungsindex wird ersichtlich, dass wir es nicht mit einem allgemeinen Fachkräftemangel zu tun haben, sondern mit Engpässen in ganz bestimmten Berufsgruppen. Wer junge Talente für sich gewinnen will, muss diese Realität verstehen und seine Recruiting-Strategien gezielt danach ausrichten.“