Der Jury lagen für das Auswahlverfahren zwölf wissenschaftliche Arbeiten aus drei Ländern vor. Mitglieder der Jury waren: Prof. Dr. St. Böntert, Bochum; Prof. Dr. A. Gerhards, Bonn; Prof. Dr. M. Klöckener, Fribourg; PD Dr. N. Stockhoff, Münster, und Dr. M. Linnenborn, DLI, Trier.
Preisträger des Jahres 2026 sind Dr. Dominik Abel, Erfurt/Tübingen, und Dr. Martin Berger, Regensburg/Wien
Dominik Abel erhält die Auszeichnung für seine Studie „Jenseits des Kirchturmdenkens. Liturgie und Kirchenentwicklung zwischen Tradition, Inkulturation und Gegenwart“. Die Dissertation wurde von Prof. Dr. Benedikt Kranemann betreut und an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt angenommen. Abel wurde im August 2025 mit summa cum laude zum Doktor der Theologie promoviert. In seiner Arbeit setzt er sich theoretisch und empirisch mit dem Thema der Liturgie vor Ort auseinander, die sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel befindet: Die Zahl der Gottesdienstteilnehmenden geht zurück, Kirchen werden geschlossen oder umgebaut und Gemeinden zusammengelegt. Am Ende der Studie entwickelt er mit der Kategorie des „Kirchturmdenkens 2.0“ das Bild einer Liturgiepastoral, die dezentral organisiert ist, sich am Glauben der Menschen ausrichtet und partizipativ ist.
Dr. Dominik Abel, geboren 1991, studierte an der Universität Erfurt zunächst Staatswissenschaften Wirtschaft (B.A.) und anschließend Theologie (Mag. Theol.). Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Lehrstühlen für Kirchenrecht und für Liturgiewissenschaft an der Universität Tübingen.
Martin Berger wird ausgezeichnet für seine Dissertation „Der Ritus chori maioris ecclesiae Ratisponensis 1571“, die im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs „Metropolität in der Vormoderne“ an der Universität Regensburg unter der Betreuung von Prof. Dr. Harald Buchinger entstanden ist. Die Dissertation wurde im Juni 2024 an der Fakultät für Katholische Theologie mit summa cum laude angenommen.
Die Dissertation bietet eine vollständige Edition und einen ausführlichen Kommentar des Liber ordinarius aus dem Jahr 1571. Neben der Transkription der Quelle beleuchtet Dr. Berger in seiner Analyse die Entwicklung der Kathedralliturgie vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. Besonders hervorgehoben werden die Einflüsse gesellschaftlicher, politischer und kultureller Umwälzungen in diesem Zeitalter der Reform.
Dr. Martin Berger, geboren 1996, studierte an der Universität Regensburg Theologie (Mag. Theol.) und Kulturgeschichtliche Mittelalterstudien (M.A.). Er ist seit März 2025 Universitätsassistent (post doc) am Fachbereich für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie der Universität Wien.
Der Balthasar-Fischer-Preis, der seit 2004 verliehen wird, ist mit 3.000 Euro dotiert.
Die Preisverleihung am 3. September 2026 im Rahmen der Tagung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Liturgiewissenschaftlerinnen und Liturgiewissenschaftler (AKL) in Frankfurt/Sankt Georgen.
(Porträtfotos der Preisträger: https://liturgie.de)