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KB Schmiedetechnik GmbH

Unternehmen

Schmiedeteile für besondere Belastungen – Gesenkgeschmiedete Scharniere und Verschlusskomponenten


06. Juli 2026, 23:13
CASE STUDY/FALLSTUDIE

Beim schnellen Öffnen und Schließen von schweren Luken oder Verschlussklappen im Fahrzeug- und Maschinenbau wirken massive Kräfte auf bestimmte Regionen am und im Scharnier. Hierzu zählen besonders Flächenpressungen im Inneren der Scharnieraugen sowie Scherkräfte am Übergang von den Augen zum Anschlussflansch. Geschmiedete Scharniere sind nicht nur bei kritischen Anwendungen oft alternativlos.

Ein gewöhnliches Schrankscharnier zur Verdeutlichung.
Ziel/Herausforderung
- Scharniere erfahren ähnliche Kräfte wie Kragarme, denen man am besten mit optimierten Kornflussverläufen und Präzisionsschmieden begegnet.
Maßnahmen
- Gesenkgeschmiedete und kalibrierte Lösungen für höchste Dauerbelastungen.
Resultate
- Optimierte Gesenkschmiedeteile (nicht nur) für kritische Anwendungen.

In unserem vorangegangenen Beitrag zur Hebetechnik stand die Absicherung gegen extreme Zugbelastungen im Vordergrund. Am Beispiel von geschmiedeten Haken, Ketten und Ösen wurde aufgezeigt, wie der ununterbrochene „Faserverlauf“ des Stahls (genauer: Kornfluss) das Risiko eines Bauteilversagens minimiert. Während in der Hebetechnik primär linear wirkende Kräfte wirken, rücken bei Scharnieren und Verschlüssen komplexere Beanspruchungen in den Fokus.

Hängen schwere Luken oder Klappen am Scharnier, entstehen enorme Scherkräfte in zwei Richtungen gleichzeitig: Steht die Drehachse senkrecht, wirkt zum einen permanent die Schwerkraft nach unten. Zum anderen tritt beim schnellen oder kraftvollen Schließen eine massive Scherkraft tangential zur Rotationsachse auf. Diese beiden überlagerten Kräfte belasten die Übergänge zwischen den Scharnieraugen und dem Anschlussflansch extrem.

Gesenkgeschmiedetes Scharnier

Migration von Guss und Vollzerspanung zum Gesenkschmiedeteil

Im Rahmen einer Prototypenphase im Sondermaschinenbau wurden drei Fertigungsverfahren direkt miteinander verglichen – mit folgendem Ergebnis:

  1. Die Gusslösung: Ein klassisches Gussteil schied praktisch bei den ersten realen Belastungstests unter zyklischer Beanspruchung sofort aus – die Augen brachen fast direkt ab. 
  2. Die Vollzerspanung (Fräsen aus dem Vollen): Ein aus gewalztem Stahl gefrästes Scharnier zeigte ein deutlich besseres Verhalten. Doch nach einigen hunderttausend Schließzyklen konnten erste Rissbildungen an den Übergängen zwischen den Scharnieraugen und dem Anschlussflansch beobachtet werden. 
  3. Die Gesenkschmiedelösung: Erst der Wechsel auf ein gesenkgeschmiedetes Scharnier brachte den entscheidenden Durchbruch. Das Bauteil überstand die Marke von weit über einer Million Belastungen im Dauertest ohne jegliche Ermüdungserscheinungen.

 

Der Grund für diese extreme Langlebigkeit liegt in der gezielten Steuerung des Werkstoffflusses während des Schmiedeprozesses. Anders als beim Fräsen wird der Faserverlauf des Stahls im Gesenk nicht unterbrochen, sondern folgt exakt der finalen Außenkontur des Scharniers. Er fließt ungestört um die Radien herum. Dadurch entsteht genau an den kritischen Übergängen – den Zero-Failure-Zones – eine hohe Gefügedichte und Ermüdungsfestigkeit, die Scherkräfte und Biegekräfte schadlos kompensiert.

Gesenkschmieden — Präzisionschmieden

„Seit über 20 Jahren unterstützen wir unsere Kunden bei der Optimierung von Schmiedeteilen durch Materialflusssimulation. Diese Technologie ermöglicht es, den Übergang von Schweißbaugruppen oder Gussteilen hin zu geschmiedeten Komponenten mit optimiertem Faserverlauf (Kornfluss) zu gestalten. Darüber hinaus trägt die Schmiedesimulation zur Reduktion von überschüssigem Material bei. Je nach Geometrie kann sogar ein vollständig gratfreies Schmieden realisiert werden, was nicht nur Material, sondern auch Energie einspart.“ (Dipl.-Math. Thomas Henneke, Geschäftsführer KB Schmiedetechnik GmbH)

Details zur technischen Ausstattung und den Zertifizierungen finden Sie im *Schmiedeblog* drop-forge.com des Autors unter dem Menüpunkt „Equipment“. Weitere Beiträge finden Sie in diesem Portal auf trendkraft und auf PrNews24.com.

KB Schmiedetechnik GmbH - Gesenkschmiede Stahlschmiede Umformtechnik

KB Schmiedetechnik GmbH ist eine Gesenkschmiede in Westdeutschland, zwischen Ruhrgebiet und Sauerland gelegen, spezialisiert auf Kleinserienfertigung sicherheitsrelevanter Schmiedeteile aus allen schmiedbaren Stahlsorten - einschließlich hochkorrosionsbeständiger Edelstähle wie Duplex, Nickelbasis- und Titanlegierungen, sowie Superlegierungen und Spezialstählen.

Umfangreiche Zulassungen für Druckgeräte, Schiffsbau und nukleare Anwendungen liegen vor. Rohteilgewichte von ca. 200g bis 130Kg und 600mm Maximallänge. Wir fertigen nach den folgenden Zulassungen, Standards und Spezifikationen:

Druckgeräte: DGRL 2014/68/EU, AD 2000-W0, ASME/ASTM, CNIM, MHPS

Kerntechnik: KTA 3201.1, KTA 1401, AVS D 100/50, Siemens, EDF/RCC-M

Schiffbau/Bootsbau: DNV, BV, LR, ABS, ClassNK

Zu den Endkunden zählen führende Namen aus den Industrien: Energie, Chemie, Lebensmittel, Agrar-, Maschinenbau, Marine, Umwelttechnik

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