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Warum wir bedrohte Tierarten schützen sollten und wie man selbst damit anfangen kann


28. August 2018, 23:14
PRESSEMITTEILUNG/PRESS RELEASE

Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Gründen für und der Notwendigkeit rundum das Thema des Artenschutzes. Des Weiteren, nachdem das Warum geklärt ist, gibt es noch eine kurze Liste mit Vorschlägen, wie man selbst mit Artenschutz anfangen kann.

Eine Studie von 2012 schätzt die Kosten des Artenschutzes für Landlebewesen auf circa $76 Milliarden pro Jahr, noch immer günstiger als die Kosten für den Schutz von Meereslebewesen.
Auf den ersten Blick scheint diese Summe enorm und häufig wirft sich die Frage auf: Ist es das Geld wirklich wert? Was haben wir, als Menschen, wirklich davon? Zudem sind schon ewig Tierarten ausgestorben, es kann also auch genau so gut ein natürlicher Prozess sein, welcher keines besonderen Schutz bedarf.

Um Letzteres zu adressieren: Es ist wahr, verschiedenste Spezies sterben auf der Erde aus natürlichen Gründen aus. Das ist der natürliche Verlauf der Evolution. Trotzdem ist die Geschwindigkeit, in der sie es tun, über das letzte Jhrd. um das hundertfache gestiegen.
Der Trend ist klar und die Gründe dafür sind besser bekannt als jemals zuvor: es ist der menschliche Einfluss auf die Nature, welcher die Lebensräume viele Tierarten zerstört und somit meistens die Ökosysteme darin maßgeblich beeinflusst - und meistens auch zum Aussterben der darin lebenden Tierarten führt.
Jede Spezies ist von dessen Lebensraum abhängig, wie auch wir es sind. Wird also ihr Lebensraum zerstört, wird auch deren Lebensgrundlage zerstört. Sei es durch Waldrohdung, Umweltverschmutzung oder den Einfluss des menschlich verursachten Klimawandels, wir tragen mit jedem dieser Taten zum Artensterben bei.
Es ist nicht nur direkter Einfluss, wie bspw. Jagd. Der meiste Schaden ist tatsächlich durch den Einfluss jeglicher Art auf die Lebensräume getan. Manche Ökosysteme sind sogar so empfindlich, dass bspw. der Einfluss auf ein Rastgebiet von Zugvögeln auf dem Weg zur finalen und unberührten Winterbleibe, erhebliche Konsequenzen für die Winterbleibe mit sich bringen kann. Ist die Nahrung an der Raststation knapp, kommen weniger Zugvögel an ihr Ziel und können dort nicht ihren natürlichen Platz in der Nahrungskette erfüllen. Das ist, warum wir unbedingt vorsichtig mit unserer Umwelt umgehen müssen.

Um die erste Aussage anzusprechen - welchen Nutzen wir denn eigentlich vom Artenschutz hätten - bedarf es ein wenig mehr Debatte.
Starten könnte man mit einem eher persönlichen Wert. Wir beschützen Arten vorm Aussterben, einfach weil wir es wollen. Viele Arten haben eine gewisse intrinsische Schönheit in Form von einer süßen, majestätischen und faszinierenden Natur. Genau diese wollen wir beschützen, aus dem gleichen Grund, aus dem wir auch ästhetische Schönheit schützen, wie die der mona Lisa.
Dieser Grund hört sich zunächst verständlich und gut an, doch was ist mit den Tierarten, über welche wir weniger natürliche Schönheit empfinden? Beschützen wir keine Tierarten, die wir nicht in irgendeiner Art und Weise bewundern? Laut unserer Argumentation bevor wäre es allerdings der Fall, somit überaus selektiv und stünde eher im Gegenteil zu dem, was Artenschutz eigentlich sein sollte. Ein Akt der Courage und der Wertschätzung des Lebens in jeglicher Form existierend, auf und mit Hilfe unseres Planeten, genau wie wir es selbst tun.

Deshalb, ein weiteres Argument, welches uns möglicherweise einen Schritt weiter bringt. Unsere Umwelt und alle enthaltenen Ökosysteme bieten uns nützliche Dinge, wie bspw. Medizin. Wir können von den natürlichen Produkten unserer Umwelt lernen, wie es modernste Biotechnologie überwiegend tut.
Leider geraten wir mit diesem Argument erneut zu dem selben selektiven Ansatz, welcher nutzlose Spezies zum aussterben verdammt.

Ein Ausweg wäre über den Weg der ecosystem services. Dabei ziehen wir alles, was wir von der Natur erhalten, in Betracht. Sei es Sauerstoff, Wasser oder Essen (um lediglich einige Beispiele zu nennen) - alles ist ein ecosystem service von der Natur für uns zu nutzen.
Da wir heutzutage in einer Dienstleistungsgesellschaft leben, sollten wir diesen services auch einen Wert zukommen lassen. Und da wir die Kosten, um unsere Artenvielfalt zu beschützen auch in ökonomischen Werten messen, kann es eine angemessene Antwort auf die zu Anfang gestellte Frage sein.
Eine Studie von 1997 schätzt die Gesamtheit aller ecosystem services auf etwa $44 Billionen ($33 Billionen in 1997), was etwas so viel ist wie das wirtschaftliche Erzeugnis der USA, China, Japan, Deutschland, Großbritannien und Indien vereint.
In anderen Worten, es ist ein verdammt gutes Investment, in die Umwelt zu investieren!

Um den Wert unseres Ökosystem allerdings vollkommen zu verstehen, sollte man sie einmal versuchen, eine Welt ohne vorzustellen. Wir müssten jegliche natürlichen Produkte selbst künstlich herstellen - also Wasser, Essen, Sauerstoff, Brennstoff, Metalle. Selbst wenn möglich, wäre es immer noch unnötig kompliziert.
Obwohl eine Welt ohne unsere Ökosysteme düster wirkt, und offenbar eine klare Lösung des Problems bietet - nämlich Umweltschutz zu betreiben - muss man sich trotzdem fragen, ob es nicht kalt und herzlos ist, der Natur einen ökonomischen Wert zuzuschreiben.
Umweltrechtsgruppen, wie bspw. Greenpeace, haben sich einst ebenfalls gegen diese Methode ausgesprochen, sie jedoch nach und nach vermehrt angewandt. Ihr Argument: Unsere Umwelt wird ohne einen ökonomisch zugeteilten Wert sowieso zerstört, wenn also diese Methode hilft, dann ist es Mittel zum Zweck.

Nun, als ein Ergebnis dieses Artikels, haben wir erreicht, dass wir kaum ohne unsere Ökosysteme und deren ecosystem services aus kämen - seien es nur die nützlichen Dinge oder auch dessen unendliche Schönheit, welche nicht einmal von einem Leonardo Da Vinci erschaffen werden könnte.
Ökosysteme sind stabiler, je diverser sie sind. Das heißt, je höher die Artenvielfalt, desto besser. Also, wenn wir auch nur eine Art retten wollten und diese Art von dessen Lebensraum abhängig ist und dieser Lebensraum abhängig von allen darin lebenden Spezies - je diverser desto stabiler - geht die Rettung dieser Spezies mit der Rettung dessen Ökosystems und also anderen Spezies einher. Also auch, wenn wir nur eine bestimmte Spezies unterstützen wollten, können wir (a) einen positiven Einfluss auf jegliche weitere Spezies in Relation haben und (b) keine isolierten Hilfsmaßnahmen ohne Obacht für dessen Konsequenzen veranlassen.

Als take-away: Wir können nicht auf uns selbst achten, unsere Probleme lösen, ohne gleichzeitig auch die Probleme unserer Umwelt zu beachten. Der einfach Grund dafür ist, dass wir von ihr für zu viele Eigenschaften unseres alltäglichen Lebens abhängig sind.

Jetzt, da wir das Warum kennen, haben wir ein paar individuelle Ansätze für effektiven Umweltschutz aufgelistet:

Zu Anfang, die offensichtlichen Maßnahmen. Fang an damit, die Produkte, die du benutzt, zu recyceln und grundsätzlich nachhaltig hergestellte Produkte zu kaufen. Recycelte Produkte schützen die Lebensräume viele bedrohten Spezies dadurch, dass keine weiteren Rohstoffe an- oder abgebaut werden müssen. Ein Beispiel: Recycle dein Handy. Es enthält Mineralien, die ansonsten aus Lebensräumen der Berggorillas gewonnen werden müssten.

Des Weiteren sollte man keine Produkte von bekannten Umweltverschmutzern einkaufen. Es wird anfangs möglicherweise einen Mehraufwand bedeuten, da man sich über den Umwelteinfluss der großen Konzerne informieren müsste. Allerdings, je mehr Leute daran teilnehmen, desto transparenter wird auch das Wissen darüber.
Zudem gibt es zahlreiche Apps (wie bspw. GoodOnYou für die Fashion Industrie), welche dir die Aufgabe der Nachforschung bereits abgenommen haben.
Auch wenn man mit Produkten von Umweltverschmutzern selbst nachhaltig umgeht, kann es den bereits verursachten Einfluss niemals wett machen. Es ist keine direkt offensichtliche Verschmutzung, jedoch die Unterstützung dessen im großen Stil. Wir haben zusammen die Kraft, Produkte zu boykottieren und dadurch Wandel zu erzeugen.

Drittens, informiere dich über die Tierarten in deiner Region. Es gibt möglicherweise bedrohte Spezies, von denen man noch gar nicht wusste. Informiere dich darüber, welchen Zweck sie in ihrem Ökosystem erfüllen und wozu sie wichtig sind, genau wie wir es zuvor im Artikel getan haben. Nachdem man damit fertig ist, teile das Wissen, lasse Familie und Freunde davon wissen, inspiriere sie und motiviere sie, dasselbe zu tun.

Zudem kann man der Umwelt durch das pflanzen von nativen Pflanzenarten verhelfen. Doch dort nicht genug, sie sollte nicht gespritzt werden mit jeglichem Gift, denn es hält wichtige Insektenarten davon ab, Nahrung zu finden, Samen zu verbreiten und Blumen zu bestäuben.
Auch wenn ein künstlich gut gepflegter Garten gesund aussieht, er ist alles andere als natürlich, was einen Garten eigentlich ausmacht. Offensichtlich macht es dann die Benutzung von Dünger, weil die natürlichen Nährstoffe nicht mehr ausreichen.
Also, ob vom Land oder von der Stadt mit garten im Hinterhof, Informationen über native Pflanzenarten kann man im lokalen Gartengeschäft oder im Internet nachfragen. Diese zu pflanzen hilft den Spezies der jeweiligen Region, zu gedeihen und die notwendigen ecosystem services zu verrichten.

Weiterhin, obwohl es auf den ersten Blick komisch erscheint, hilft es tatsächlich Ecotourism zu betreiben - sprich auf Safari o.Ä. zu fahren. Wenn man mal darüber nachdenkt, dass die Tourguides der Safaris davon abhängig sind, Besucher herumzuführen und die Besucher wegen der besonderen Tierarten kommen, ergibt es Sinn, diese Tierarten zu schützen.
Das macht die Tourguides genau so abhängig von ihrer Umwelt, wie es alle anderen Spezies darin sind. Es ist also kein Wunder, dass local rangers oftmals die Lebensader der Lebensräume unserer bedrohten Spezies sind.

Zu guter letzt, es gibt mittlerweile einige Unternehmen mit Produkten die über die nachhaltige Produktion hinausgehen. Initiativen wie 4Ocean (4ocean.com) oder Animals’ Move (animalsmove.com) kombinieren jedes ihrer Produkte mit einem bestimmten Projekt.
4Ocean zieht jeweils ein Pfund Plastik aus den Weltmeeren für jedes verkaufte Armband ihrer Kollektion. Animals’ Move bietet dabei sogar eine Auswahl an Projekten (in Kooperation mit Tierschutzgruppen), welche man mit dem Kauf unterschiedlicher Oberteile unterstützen kann.
In jedem fall wird einem normalerweise lediglich nachhaltig hergestellten Produkts ein höherer Sinn beigefügt - und das beste daran: man kann es mit sich herumtragen und gleichzeitig ein Statement des Guten teilen.

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