Paderborn. Das Paderborner Startup TenderFlow hat im Februar seine KI-gestützte Plattform für öffentliche Ausschreibungen gelauncht – und verzeichnet nach nur drei Monaten bereits 15 zahlende Kunden. Einer davon, das Bielefelder Softwareunternehmen klose brothers GmbH, hat über TenderFlow eine öffentliche Ausschreibung im sechsstelligen Bereich gewonnen. Die Gründer Lars Lammers (CEO) und Tobias Graf (CTO) wollen mit ihrer Plattform den Zugang zu staatlichen Aufträgen vereinfachen – vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, die bisher an der Bürokratie scheitern.
500 Milliarden Euro – und kaum ein Mittelständler profitiert
Der öffentliche Sektor ist der größte Auftraggeber Europas. Allein in Deutschland vergeben Bund, Länder und Kommunen jährlich Aufträge in dreistelliger Milliardenhöhe – für IT-Dienstleistungen, Software, Beratung, Infrastruktur und Digitalisierung. Doch der Zugang zu diesen Aufträgen gleicht einem Dschungel: Ausschreibungen verteilen sich auf über 150 verschiedene Portale, Unterlagen umfassen häufig 60 Seiten und mehr, Fristen sind eng getaktet und formale Fehler führen zum sofortigen Ausschluss.
„Der öffentliche Markt ist riesig, stabil und verlässlich – aber für die meisten Mittelständler praktisch unsichtbar", sagt Lars Lammers, Geschäftsführer und Mitgründer von TenderFlow. „Unternehmen scheitern nicht an ihrer Leistung, sondern an einem System, das für Unternehmen ohne Vergabe-Erfahrung kaum zugänglich ist."