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Agentur

Online-Fachtagung von Starke.Frauen.Machen. e.V. brachte Frauenbeauftragte, Fachkräfte und Politik zusammen


29. November 2025, 16:47
Bonn,
Deutschland
PRESSEMITTEILUNG/PRESS RELEASE

„Gewalt hat viele Gesichter – und keine Ausrede" – unter diesem Titel lud das Bundes-Netzwerk der Frauen-Beauftragten in Einrichtungen – Starke.Frauen.Machen. e.V. am 25. November 2025 zur Online-Fachtagung zum Gewaltschutz von Frauen mit Behinderung ein. Über 600 Frauenbeauftragte, Fachkräfte aus Werkstätten, Beratungsstellen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaft folgten

Starke.Frauen.Machen. e.V.

Politische Stimmen unterstreichen Bedeutung der Frauenbeauftragten

Botschaften von Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, und Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, unterstrichen die politische Relevanz des Themas. Dusel betonte: „Die Zahlen, die wir kennen, aus Statistiken und Studien zeigen, dass Frauen und Mädchen mit Behinderung ein höheres Risiko tragen, Opfer von Gewalt zu werden, als Frauen ohne Behinderung. Deswegen ist es so wichtig, dass es Frauenbeauftragte in Werkstätten gibt. Und es ist mindestens genauso wichtig, dass Frauen, die dieses Amt ausüben, entsprechend unterstützt werden." 

Auch Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen, teilhabepolitische Sprecherin) und Kathrin Gebel (Die Linke, frauenpolitische Sprecherin) würdigten in ihren Beiträgen die Arbeit der Frauenbeauftragten als zentral für wirksamen Gewaltschutz.

Vom Konzept zur Praxis: Was wirksamer Gewaltschutz braucht

Das Programm verband wissenschaftliche Expertise mit Erfahrungen aus der Praxis: Nicole Burek und Andrea Metternich gaben einen Überblick über den Statusbericht Gewaltschutz. Zudem stellten sie in Vertretung für Frau Dr. Feulner (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) den Wegweiser Gewaltschutz für Menschen mit Behinderung vor, der Einrichtungen konkrete Orientierung für die Konzeptentwicklung bietet.

Ricarda Kluge („bff Suse – Gewaltschutz in Einrichtungen“) erläuterte Mindest-Standards für wirksame Gewaltschutzkonzepte. Maya Goltermann („Gewaltschutz bei Behinderung – Mädchen sicher inklusiv“) beleuchtete die Rolle von Supervision als Qualitätssicherungsinstrument, während Magdalene Sadura (Frauennotruf Bielefeld e.V.) Einblicke in die Arbeit von Hilfesystemen für betroffene Frauen gab.

Die Gesprächsrunde auf der Tagung machte deutlich: Wirksamer Gewaltschutz in der Praxis erfordert präventive Maßnahmen wie Selbstbehauptungskurse und Aufklärung in verständlicher Sprache, systematische Vernetzung mit barrierefreien Fachberatungsstellen, unabhängige Beschwerdestellen sowie verbesserte Arbeitsbedingungen für Frauenbeauftragte mit garantierter Freistellung und professioneller Supervision.

Nicole Burek, Vorstandsvorsitzende von Starke.Frauen.Machen. e.V.: "Der direkte Austausch zwischen Frauenbeauftragten, Fachkräften und Politik hat deutlich gemacht: Gewaltschutzkonzepte müssen in der Praxis ankommen. Dafür braucht es bessere Arbeitsbedingungen für Frauenbeauftragte und echte Mitbestimmungsrechte – diese Verbesserungen gilt es jetzt einzufordern."


Die Inhalte und Erkenntnisse der Fachtagung fließen in die weitere Arbeit des Bundes-Netzwerks ein – bei regionalen und bundesweiten Treffen, Schulungen und Gesprächen mit der Politik. 

Bundesweite Teilnahme durch barrierearmes Format

Das Online-Format ermöglichte allen Interessierten unbegrenzten, kostenfreien Zugang zur Veranstaltung. Deutsche Gebärdensprache, Einfache Sprache und technischer Support sorgten für eine barrierearme Tagung. Begleitet wurde dies durch eine barrierearme Moderation und barrierefreie Veranstaltungswebsite sowie inklusive Kommunikation auf sämtlichen Plattformen.

Über Starke.Frauen.Machen. e.V.

Das Bundes-Netzwerk der Frauen-Beauftragten in Einrichtungen – Starke.Frauen.Machen. e.V. setzt sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Arbeit von Frauenbeauftragten und den Gewaltschutz besonders für Frauen mit Behinderungen in Werkstätten ein. Der Verein unterstützt die bundesweite Vernetzung der rund 1.500 Frauenbeauftragten und Stellvertreterinnen in Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Pressekontakt
Nicole Burek, Vorstandsvorsitzende
Bundes-Netzwerk der Frauen-Beauftragten in Einrichtungen – Starke.Frauen.Machen. e.V.
E-Mail: @email

Für Interviewanfragen und weiteres Material stehen wir gerne zur Verfügung.


 

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