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INFOkontor

Agentur

61 Prozent Ökostrom, warum Deutschlands Betriebe trotzdem von fossilen Energieträgern abhängig bleiben


28. Oktober 2026, 19:24
Köln,
Deutschland
Ratgeber

Deutschland deckt so viel Strom aus erneuerbaren Energien wie nie zuvor. Doch die Abhängigkeit von Energieimporten bleibt hoch, und viele Unternehmen kämpfen weiter mit steigenden Kosten. Wer seine Energieversorgung selbst in die Hand nimmt, kann diese Risiken verringern. Der kostenlose Energiecheck Betrieb zeigt, worauf es dabei ankommt, von Solarstrom bis zum intelligenten Energiemanagement.

Energie vom eigenen Dach: Solarstrom und intelligentes Energiemanagement machen Betriebe unabhängiger von steigenden Energiepreisen.

In den ersten neun Monaten 2026 deckten erneuerbare Energien 60,7 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs. Das waren vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum und ein neuer Rekord, wie Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zeigen.

Für Unternehmen ist das nur eine Seite der Energiebilanz. Beim gesamten Energiebedarf, also einschließlich Öl und Gas, ist Deutschland weiterhin stark auf Importe angewiesen. 2025 wurden nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 65,6 Prozent des Energiebedarfs durch Einfuhren gedeckt. Bei Mineralöl lag die Importquote bei 96 Prozent, bei Erdgas bei 89 Prozent.

Für einen Betrieb folgt daraus allerdings nicht automatisch, möglichst viel Energie selbst erzeugen zu müssen. Praktischer ist eine andere Frage: Wann fällt der Stromverbrauch an – und wie viel davon lässt sich zu diesen Zeiten am eigenen Standort selbst decken?
 

Derselbe Jahresverbrauch kann zu völlig anderen Ergebnissen führen

Ein Produktionsbetrieb, dessen Maschinen vor allem tagsüber laufen, hat andere Voraussetzungen als ein Unternehmen mit hohem Verbrauch in der Nacht. Auch zwei Firmen mit identischem Jahresverbrauch können deshalb mit derselben Photovoltaikanlage wirtschaftlich sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

Eine Beispielrechnung vom Energiecheck Betrieb zeigt, worum es geht: Eine Handwerksbäckerei im Rheinland betreibt eine zentrale Backstube und fünf Verkaufsfilialen. Insgesamt verbraucht der Betrieb rund 180.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Etwa 100.000 Kilowattstunden davon entfallen auf den Produktionsstandort mit Backöfen, Kühlung und weiteren elektrischen Anlagen.

Auf dem Dach der Backstube steht eine Photovoltaikanlage mit 100 Kilowattpeak. Der Jahresertrag liegt bei 95.000 Kilowattstunden, die Eigenverbrauchsquote liegt bei 65 Prozent, der Betrieb kann also rund 61.750 Kilowattstunden direkt selbst nutzen. Bei einem Preis von 26 Cent je Kilowattstunde spart sich die Bäckerei pro Jahr gut 16.000 Euro durch die vermiedenen Strombezugskosten.

Interessant ist für Betriebe das Zusammenspiel mit einem Batteriespeicher. Bei der Bäckerei beginnt ein Teil des Stromverbrauchs in den frühen Morgenstunden, wenn die Photovoltaikanlage noch keinen Strom liefert. Der Speicher kann aber den Solarstrom aus späteren Tagesstunden sinnvoll in andere Verbrauchszeiten verschieben kann.

Ob sich ein Batteriespeicher rechnet, lässt sich nicht nach einer pauschalen Faustformel festgelegen. Je nach Betriebstyp, zum Beispiel eine Schreinerei oder eine Metallproduktion, hängt das von den Lastgangdaten, der Größe der PV-Anlage, den Strompreisen, den Investitionskosten und der tatsächlichen Nutzung des Speichers ab. 

Ähnliches gilt für Ladeinfrastruktur für die Fahrzeugflotte, Wärmepumpen oder andere elektrische Verbraucher. Sie können den selbst erzeugten Strom besser nutzbar machen, erhöhen aber zugleich den Strombedarf. Entscheidend ist deshalb das Zusammenspiel am konkreten Standort.
 

Energiekosten bleiben für viele Betriebe ein Thema

Dass Unternehmen genauer auf ihre Energieversorgung schauen, hat einen handfesten Grund. Im Energiewende-Barometer 2026 der Deutschen Industrie- und Handelskammer berichteten 49 Prozent der rund 3.100 befragten Unternehmen von gestiegenen Stromkosten innerhalb der vorausgegangenen zwölf Monate. Bei Wärme aus Gas, Fernwärme oder Heizöl waren es 67 Prozent.

Photovoltaik kann einen Teil dieses Kostenrisikos reduzieren, wenn erzeugter Strom im Betrieb selbst genutzt wird. Vollständig unabhängig vom Stromnetz wird ein Unternehmen dadurch in aller Regel nicht. Das muss auch nicht das Ziel sein.

Interessanter ist, welcher Teil des heutigen und künftigen Strombedarfs wirtschaftlich selbst gedeckt werden kann und wie berechenbar die verbleibenden Energiekosten dadurch werden.

Fünf Fragen für eine erste Einordnung

Genau hier setzt der Energiecheck Betrieb an. Unternehmen beantworten fünf Fragen zu Stromverbrauch, Betriebszeiten, verfügbaren Flächen und ihrem künftigen Energiebedarf. Der Check dauert etwa eine Minute, ist kostenlos und funktioniert ohne Registrierung. Das Ergebnis wird direkt angezeigt.

Wer tiefer einsteigen möchte, kann anschließend den ausführlicheren Leitfaden „Solarstrom für den Betrieb“ anfordern. Dafür werden Kontaktdaten abgefragt. Der Leitfaden behandelt unter anderem Eigenverbrauch, Lastprofile, Batteriespeicher und die Informationen, die für eine belastbare Planung benötigt werden.

Unternehmen, die ihre individuelle Situation mit einem Fachmann besprechen möchten, können zusätzlich eine persönliche Beratung anfragen. infokontor vermittelt diese auf Wunsch an einen Energieberater des Kooperationspartners Svea Solar Deutschland. Die Zusammenarbeit wird auf der Website transparent ausgewiesen. Der Energiecheck selbst und seine redaktionellen Inhalte bleiben davon getrennt.

Weitere Informationen und kostenloser Energiecheck:
https://energiecheck-betrieb.de/

Der Check ersetzt weder eine technische Planung noch eine individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung. Er kann aber dabei helfen, vor einer größeren Investition die entscheidenden Fragen zu klären: Wie sieht unser Lastprofil aus? Welche Flächen können wir tatsächlich nutzen? Und welche Komponenten passen zu unserem Betrieb?

Originalquelle auf TRENDKRAFT am .

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