Die erste Woche mit dem KI-PreisNavigator verläuft für Baubetriebe meist unspektakulär: Es passiert scheinbar nichts. Kein Vorschlag, keine Empfehlung, keine Zahl. Der Grund liegt in der Bauart der neuen Funktion – sie kennt nur Preise, die der Betrieb selbst abgespeichert hat, und diese Datenbank ist am ersten Tag noch leer.
Was ein guter Preis ist, entscheidet der eigene Betrieb
Dahinter steht eine schlichte Einsicht aus der Kalkulationspraxis: Den einen richtigen Einheitspreis für eine Position gibt es nicht. Ob eine Position auskömmlich kalkuliert ist, hängt an Größen, die von Firma zu Firma verschieden ausfallen – Anfahrt, Stärke der Kolonne, eigener oder gemieteter Gerätepark, Einkaufskonditionen, die Höhe des Risikoaufschlags. Zwei Betriebe können dieselbe Ausschreibung unterschiedlich bepreisen, ohne dass einer von beiden falsch liegt. Damit scheidet jede von außen gelieferte Preisliste als Maßstab aus, und es bleibt eine einzige belastbare Quelle: die eigenen, bereits abgegebenen Angebote. Genau deshalb startet jeder Test bei null – es gibt nichts, was ein Hersteller vorab einspielen könnte.
Vier Wochen Normalbetrieb
Der GAEB-KI-PreisNavigator ist eine Erweiterung für GAEB-Online 2025 und schlägt Einheitspreise aus bereits kalkulierten Angeboten des eigenen Hauses vor. Durchschnittswerte aus fremden Projekten von anderen Firmen sind nicht enthalten. Ein Elektrobetrieb, der eine Angebotsaufforderung als GAEB X83 hereinbekommt, kalkuliert in der ersten Woche also wie gewohnt und speichert die Positionspreise dabei mit. Liegen ältere Angebote vor, füllt sich der Bestand schneller; zwingend sind sie nicht. Wie die Datei selbst aufgebaut ist, regelt dagegen das Regelwerk des GAEB.
Ab Woche zwei kommen die ersten Vorschläge
Sobald Angebote gespeichert sind, meldet sich die Funktion. Die Firma gaeb-online rät dazu, die Schwelle für die Mindestähnlichkeit erst streng zu wählen und sie zu lockern, sobald die Zuordnungen nachvollziehbar wirken. Nachvollziehbar sind sie, weil zu jedem Vorschlag ein Protokoll gehört: Es weist aus, auf wie viele frühere Positionen sich der Preis stützt, wie eng diese am aktuellen Text liegen und aus welchem Angebot sie stammen. Bei unsicherer Zuordnung setzt das Programm bewusst keinen Preis – die Entscheidung bleibt beim Kalkulator.
Wo der Testmonat an seine Grenzen kommt
Innerhalb von 30 Tagen lässt sich klären, ob die Bedienung in den eigenen Ablauf passt, ob die Vorschläge bei wiederkehrenden Positionen taugen und welche Ähnlichkeitsschwelle zum Betrieb passt. Die von gaeb-online genannte Zeitersparnis von 30 bis 60 Minuten je Ausschreibung beruht auf einem umfangreichen Leistungsverzeichnis in der Größenordnung von 200 Positionen und einem über Monate gefüllten Preisbestand; so weit ist ein Betrieb nach vier Wochen selten. Auch bei Gewerken, die ein Betrieb nur selten anbietet, zeigt sich die Trefferquote erst mit der Zeit. Welche Schritte in welcher Woche anstehen, hat der Hersteller im Blog Schritt für Schritt aufgeschrieben.
Verfügbarkeit
Voraussetzung ist eine aktivierte Vollversion von GAEB-Online 2025, 2025 USB oder 2025 TS unter Windows. In der Demoversion ist die Erweiterung nicht erprobbar, da diese Positionsdaten verfälscht ablegt. Vor der ersten Nutzung wird einmalig ein rund 430 MB großes Sprachmodell auf den Rechner geladen; gerechnet wird danach dort, auf Basis von ML.NET. Eine Verbindung nach außen braucht das Programm sonst nur, um die Lizenz zu prüfen. Der Testschlüssel ist kostenlos. Das Abonnement kostet 25 Euro netto je Arbeitsplatz und Monat bei zwölf Monaten Laufzeit, entsprechend 300 Euro netto im Jahr; nutzungsabhängige Gebühren fallen nicht an. Ohne Abschluss läuft der Testzeitraum nach 30 Tagen aus, ohne dass etwas abgebucht wird.
Über gaeb-online
Ulrike Braun entwickelt Software rund um das Thema GAEB-Ausschreibungen. Die Produkte werden bereits von über 5.000 Kunden zur schnellen Kalkulation, zum Beispiel mit MS-Excel®, und zur elektronischen Angebotsabgabe im Format GAEB DA84 genutzt. Die Lösungen unterstützen bei der Kalkulation über EFB-Preisblätter, bei Aufmaß und Mengenermittlung als DA11 und GAEB X31 sowie bei der Rechnungsstellung als GAEB X89 oder XRechnung 3.0. GAEB-Online 2025 ist für Windows 10 und 11 verfügbar, zweisprachig (Deutsch/Englisch) und neben der Einzelplatzvariante auch als USB- und Terminalserver-Version erhältlich. Die Software richtet sich hauptsächlich an Handwerksbetriebe und Baufirmen.
Pressekontakt
gaeb-online, Ulrike Braun Kraichgaustraße 15 75045 Walzbachtal/Jö, Deutschland Telefon: +49 7203 346506 E-Mail: E-Mail-Adresse zeigen Web: www.gaeb-online.de
Produktseite: www.gaeb-online.de/gaeb-ki-preisnavigator.html