Unternehmen bewerten die Entwicklung ihrer Fehlzeiten häufig anhand einer einzigen Kennzahl: der Krankenstandsquote. Nach Einschätzung der Daten- und Analyseplattform Norvio reicht dieser Wert jedoch nicht aus, um Ursachen zu erkennen oder geeignete Maßnahmen abzuleiten.
Die Krankenstandsquote zeigt, welcher Anteil der vorgesehenen Arbeitszeit krankheitsbedingt ausgefallen ist. Sie lässt jedoch offen, ob die Fehlzeiten durch viele kurze Erkrankungen, wenige langfristige Ausfälle oder eine besonders hohe Belastung einzelner Abteilungen entstanden sind.
Zwei Unternehmen können deshalb dieselbe Krankenstandsquote aufweisen und dennoch vor völlig unterschiedlichen Herausforderungen stehen. In einem Betrieb können saisonale Infekte zu zahlreichen kurzen Ausfällen führen. In einem anderen Unternehmen kann dieselbe Quote durch wenige, aber sehr lange Erkrankungsfälle entstehen.
Für die betriebliche Praxis ist dieser Unterschied entscheidend. Häufige Kurzzeitausfälle können unter anderem mit Infektionsgeschehen, Arbeitsorganisation oder Anwesenheitskultur zusammenhängen. Langzeitausfälle erfordern dagegen eine andere Betrachtung, etwa mit Blick auf Wiedereingliederung, psychische Belastungen und die Gestaltung der Arbeitsbedingungen.
Wie stark Fehlzeiten inzwischen auf Arbeitskapazität und Personalplanung wirken, zeigt die Norvio-Auswertung zu Fehlzeiten in Deutschland:
https://norvio.de/fehlzeiten-statistik-deutschland/
Die dort gebündelten Daten machen deutlich, dass nicht nur die Zahl der Krankheitsfälle zählt. Entscheidend ist vor allem die Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Besonders psychische Erkrankungen fallen durch lange Verläufe und einen hohen Anteil an den gesamten Ausfalltagen auf.